CVE-2026-74232CriticalCVSS: 9.3CVE-2026-74232: Kritische C2-Backdoor in Zbtlink- und MoreQuick-Routern
In Routern von Zbtlink, MoreQuick sowie weiteren Marken ist eine Hintertür (SPEAKINGSTONE/yunmgrd) eingebaut, die unverschlüsselt mit einem fest verdrahteten C2-Server kommuniziert. Angreifer auf dem Netzwerkpfad können den Kanal übernehmen und beliebige Befehle als root ausführen. Auch DNS-Umleitung, Abgreifen von PPPoE-Zugangsdaten und Reverse-SSH-Tunnel sind möglich – ein Patch ist nicht verfügbar.
METADATEN
- Entdeckt:
- 27.08.2026
- Patch verfügbar:
- Nein
BETROFFENE SYSTEME
- •Zbtlink ZBT-ZBT7621 1.0.0.3.001
- •Unknown MAP-N10 1.0.0.2.044
- •MoreQuick MQAP-7620 1.0.0.2.000
- •MoreQuick MQAP-7628 1.0.0.2.000
- •MoreQuick MQAC-7620A 1.0.0.2.000
- •Zbtlink WE826-T2 19.1101
- •Zbtlink ZBT-7628 1.0.0.2.007
- •MoreQuick MQAC-7620 1.0.0.2.000
- •Unknown AP522 1.0.0.2.014
- •MoreQuick MQAP-7620A 1.0.0.2.000
- •Unknown APG721B 19.0809
- •Unknown AP7628 3.0.0.4.380
- •Unknown HC5661A 3.0.0.4.380
- •Unknown HK300 1.0.0.2.032
- •Zbtlink L3_V2_8 3.0.0.4.528
Zusammenfassung
CVE-2026-74232 betrifft Router-Firmware der Hersteller Zbtlink, MoreQuick sowie weitere unter Unbekannt geführte Marken. Die Geräte enthalten den Command-and-Control-Implant SPEAKINGSTONE (yunmgrd), der über einen unverschlüsselten, unauthentifizierten UDP-Kanal regelmäßig Kontakt zu einem fest verdrahteten C2-Server aufnimmt. Ein entfernter Angreifer auf dem Netzwerkpfad kann diesen Kanal übernehmen und beliebige Befehle mit root-Rechten ausführen. Zusätzlich lassen sich DNS-Einträge manipulieren, PPPoE-Zugangsdaten exfiltrieren und Reverse-SSH-Tunnel öffnen.
Der CVSS-Score liegt bei 9.3 (Critical). Die Schwachstelle ist im VulnCheck KEV (Known Exploited Vulnerabilities) gelistet. Für die betroffenen Modelle existiert nach aktueller Kenntnis kein Patch – die Hintertür ist fester Bestandteil der ausgelieferten Firmware.
Technische Details
Der Implant yunmgrd (SPEAKINGSTONE) läuft als Dienst und sendet an den C2-Server ac-link[.]com (Alibaba Cloud, Shenzhen) über UDP/10000 sogenannte Registrier-Beacons, die Modell, Firmware-Version, MAC-Adresse, SSID, LAN-IP und Uptime des Geräts enthalten. Die Kommunikation erfolgt im Klartext und ohne Authentifizierung. Ein als Backup festverdrahtetes Domänenobjekt (findmyipaddr[.]com), das zwischenzeitlich nicht registriert war, wurde von VulnCheck als Sinkhole übernommen; 392 Geräte meldeten sich dort – 390 davon in China.
Der unverschlüsselte C2-Kanal erlaubt (msgType-Funktionen):
cmdRun– Ausführung beliebiger Befehle als rootdnsSet/dnsGet– Manipulation der DNS-Auflösung (DNS-Hijacking)pppoe– Exfiltration von PPPoE-Benutzername und -Passwort der WAN-Verbindungonoff/sshport– Öffnen bzw. Verwalten eines Reverse-SSH-TunnelssetBackup– Aktualisieren der Backup-C2-Server
Vergleichbare Probleme (CWE-506 „Embedded Malicious Code“, CWE-300 „Channel Accessible by Non-Endpoint“) gelten auch für die verwandte Hintertür DARKLANTERN (infosrvd), die per UDP/9992 von außen erreichbar ist.
Betroffene Systeme
| Hersteller | Modelle | Firmware |
|---|---|---|
| Zbtlink | L3_V2_8 | 3.0.0.4.528 |
| Zbtlink | WE826-T2 | 19.1101 |
| Zbtlink | ZBT-7628 | 1.0.0.2.007 |
| Zbtlink | ZBT-ZBT7621 | 1.0.0.3.001 |
| MoreQuick | MQAC-7620 | 1.0.0.2.000 |
| MoreQuick | MQAC-7620A | 1.0.0.2.000 |
| MoreQuick | MQAP-7620 | 1.0.0.2.000 |
| MoreQuick | MQAP-7620A | 1.0.0.2.000 |
| MoreQuick | MQAP-7628 | 1.0.0.2.000 |
| Unbekannt | AP522 | 1.0.0.2.014 |
| Unbekannt | AP7628 | 3.0.0.4.380 |
| Unbekannt | APG721B | 19.0809 |
| Unbekannt | HC5661A | 3.0.0.4.380 |
| Unbekannt | HK300 | 1.0.0.2.032 |
| Unbekannt | MAP-N10 | 1.0.0.2.044 |
Die Geräte werden teils unter Drittmarken (z. B. WiFlyer, CroSkylink, Deep Orange) vertrieben; auch Rebrands auf Basis der ZBT-Plattform könnten betroffen sein.
Empfehlungen und Maßnahmen
- Kein Patch verfügbar: Da es sich um eine bewusst eingebaute Hintertür in der ausgelieferten Firmware handelt, gibt es nach aktuellem Stand keinen Sicherheits-Patch.
- Geräte austauschen: Betroffene Router sollten aus Produktivnetzen entfernt und durch Geräte mit vertrauenswürdiger, wartbarer Firmware ersetzt werden. Prüfen Sie, ob vor dem Einsatz eine alternative Open-Source-Firmware (z. B. OpenWrt) verifiziert installiert werden kann.
- Netzwerkzugriff unterbinden: Blockieren Sie ausgehende UDP-Verbindungen zu den C2-Infrastrukturen (Ports 10000 und 9992 bzw. die Domains
ac-link.comundfindmyipaddr.com). - Netzwerk überwachen: Achten Sie auf Beaconing-Flows zu den genannten Domains/IPs sowie auf ungewöhnliche reverse SSH-Tunnel.
- Zugangsdaten rotieren lassen: Nach möglicher Kompromittierung PPPoE-Zugangsdaten ändern.
- Lieferkettenrisiko beachten: Beim Kauf von Netzwerkhardware auf Herkunft und Firmware-Historie achten.
Quellen
- VulnCheck Advisory „Zbtlink MQWrt yunmgrd Cloud C2 Implant“: https://www.vulncheck.com/advisories/zbtlink-mqwrt-yunmgrd-cloud-c2-implant
- VulnCheck Blog „Chinese Implants in the Supply Chain“ (DarkLantern/SpeakingStone): http://vulncheck.com/blog/zbt-darklantern-speakingstone