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CVE-2026-9198CriticalCVSS: 9.8

CVE-2026-9198: Kritische Remote-Code-Ausführung (RCE) in IBM Langflow OSS

Unauthentifizierte Angreifer können in IBM Langflow OSS die Endpunkte /api/v1/auto_login und /api/v1/validate/code miteinander kombinieren und so beliebigen Code auf dem Host ausführen (vollständige Remote-Code-Ausführung). Betroffen sind Standardinstallationen von Langflow OSS in den Versionen 1.0.0 bis 1.10.0. Ein Fix ist mit Version 1.10.1 verfügbar.

METADATEN

Entdeckt:
17.07.2026
Patch verfügbar:
Ja

BETROFFENE SYSTEME

  • IBM Langflow OSS 1.0.0 bis 1.10.0 (inklusive)
  • IBM Langflow OSS auf Windows
  • IBM Langflow OSS auf macOS
  • IBM Langflow OSS auf Linux

Security-Advisory: CVE-2026-9198

CVE-ID: CVE-2026-9198
CVSS v3.1: 9.8 (Kritisch)
CVSS-Vektor: AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CWE: CWE-94 (Unzureichende Kontrolle der Codegenerierung – “Code Injection”)
Hersteller: IBM

Zusammenfassung

In IBM Langflow OSS (Open Source Software) können nicht authentifizierte Angreifer eine Kette aus zwei Sicherheitslücken ausnutzen, um auf Standardinstallationen eine vollständige Remote-Code-Ausführung (RCE) zu erlangen. Zunächst wird über den Endpunkt /api/v1/auto_login ein SUPERUSER-Token an jeden Netzwerkaufrufer ausgegeben. Mit diesem Token kann anschließend der Endpunkt /api/v1/validate/code aufgerufen werden, der über exec() beliebigen vom Angreifer kontrollierten Python-Code ausführt. Ein Angriff ist aus dem Netzwerk heraus ohne jedwede Authentifizierung möglich und führt zur vollständigen Kompromittierung des betroffenen Systems.

Technische Details

Die Schwachstelle kombiniert zwei separate Probleme:

  1. Auto-Login-Bypass: Der Endpunkt /api/v1/auto_login stellt ohne Authentifizierung SUPERUSER-Tokens für jeden Netzwerkaufrufer aus. Dadurch kann sich ein Angreifer unberechtigt volle Administratorrechte innerhalb der Anwendung verschaffen.
  2. Code-Injection: Der Endpunkt /api/v1/validate/code führt zur Validierung eingegebenen Benutzercode mittels exec() aus. Der Code-Validator führt dabei Python-Dekoratoren, Standardargumente und Annotationen bereits zum Zeitpunkt der Funktionsdefinition aus, wodurch beliebige Kommandos auf dem Hostsystem ausgeführt werden können.

Durch die Kombination beider Endpunkte (zuerst Token beschaffen, dann bösartigen Code einschleusen) kann ein nicht authentifizierter Angreifer vollständige Kontrolle über betroffene Langflow-Instanzen erlangen – inklusive Zugriff auf vertrauliche Daten, Manipulation und Ausfall des Dienstes. Betroffen sind alle Standardbereitstellungen, in denen die Auto-Login-Funktion aktiviert und der Validierungsendpunkt aus dem Netzwerk erreichbar ist.

Betroffene Systeme

  • IBM Langflow OSS – Versionen 1.0.0 bis 1.10.0 (inklusive)
  • Betroffene Plattformen: Windows, macOS, Linux

Empfehlungen und Maßnahmen

  • Update durchführen: IBM empfiehlt dringend, Langflow OSS auf Version 1.10.1 zu aktualisieren. Der Fix ist über PyPI unter https://pypi.org/project/langflow/ verfügbar.
  • Netzwerkzugriff einschränken: Bis zur Aktualisierung sollte der Zugriff auf die Endpunkte /api/v1/auto_login und /api/v1/validate/code auf vertrauenswürdige Netzwerke beschränkt werden.
  • Instanzen prüfen: Bei bereits kompromittierten Systemen sollten Logs und verdächtige Prozesse untersucht sowie gegebenenfalls eine Neuinstallation mit anschließender Aktualisierung durchgeführt werden.
  • Keine Workarounds verfügbar: Von IBM werden keine weiteren Workarounds oder Mitigationsmaßnahmen bereitgestellt; das Upgrade auf 1.10.1 ist der einzige offizielle Fix.

Quellen